Südamerika (Argentinien, Uruguay, Chile und Brasilien)

Südamerika (Argentinien, Uruguay, Chile und Brasilien)

Es wurde Zeit sich mal Südamerika zu widmen. Wir nutzten den Kontakt zu Freunden der Familie, die in Chile wohnen, um daraus eine Rundreise durch Südamerika zu planen. Entstanden ist eine Tour durch Argentinien, Uruguay, Chile und Brasilien. Bereist wurden konkret die Orte Buenos Aires, Montevideo, Osterinsel, Valparaiso, Viña del Mar, Santiago de Chile und Rio de Janeiro. Für diese Reise hatten wir drei Wochen Zeit und unsere Planungs- und Vorbereitungsfähigkeiten wurden auf eine harte Probe gestellt.

Dass wir in dieser Zeit eine Strecke von ca. 34.000 km zurücklegen sollten, war uns erst wieder nach Ankunft zu Hause bewusst geworden (zum Vergleich der Umfang der Erde beträgt 40.000 km). Der Startschuss erfolgte spätabends am 1. Weihnachtstag im Jahre 2019. Uns erwartete ein unvergessliches Abenteuer durch einen Teil von Südamerika.

Viel Spaß beim folgenden Bericht, der mit Blut, Schweiß und Tränen geschrieben worden ist.

Buenos Aires (Argentinien)

Die erste Herausforderung des 13-stündigen Fluges meisterten wir souverän und ohne Verluste. Wir landeten morgens in Buenos Aires und das erste Mal in Südamerika. Den Flughafen-Transfer organisierten wir vorab über Booking.com und kamen vormittags in unserem Hotel Tango de Mayo an. Das Hotel erfüllte alle unsere Wünsche und ist an dieser Stelle wärmstens zu empfehlen. Das Essen sowie die hoteleigene Rooftop Bar sind weitere Argumente für einen Aufenthalt in diesem Haus.

Buenos Aires - Tango de Mayo
Buenos Aires – Tango de Mayo
Die ersten Gehversuche

Da die Zimmer noch nicht fertig waren, nutzen wir die Zeit uns die Beine zu vertreten. Wir lernten unser Viertel näher kennen. Dazu marschierten wir zum nahegelegenen Plaza del Congreso und sogen die argentinische Luft ein. Ferner konnten wir uns so langsam an die sommerlichen Temperaturen gewönnen. Wir hatten nämlich gerade den Winter hinter uns gelassen hatten.

Plaza del Congreso
Plaza del Congreso

Weiter ging es Richtung Osten und zum größeren Platz Plaza de Mayo. Einem wichtigen Merkmal der Unabhängigkeit Argentiniens und dem Sitz des Präsidenten in der Casa Rosada. Schon nach diesen wenigen Metern in Buenos Aires fiel uns die beeindruckende Architektur auf. Viele Ecken erinnern sehr stark an Europa. So erlebten wir einen nicht ganz so großen Kontrast zu unserem „Heimatplaneten“.

Plaza de Mayo
Plaza de Mayo

Über die Avenida Presidente Roque Sáenz Peña ging es nach einer kurzen Verweildauer Richtung Nordwesten. Hier stößt der Wanderer unweigerlich auf den Obelisco von Buenos Aires. Ein knapp 70 m hohes Denkmal zum 400-jährigen Bestehen der Stadt. Der Obelisk befindet sich auf der Avenida 9 de Julio. Der Hauptverkehrsstraße Buenos Aires. Wir zählten ca. 22 Spuren für die Überquerung der gesamten Straßenstruktur, die sich wiederum aus verschiedenen Straßen zusammensetzt. Dabei ist die Avenida 9 de Julio nur der mittlere Teil.

Avenida Presidente Roque Sáenz Peña
Avenida Presidente Roque Sáenz Peña
Von La Boca bis Palermo

Unseren ersten vollen Tag begannen wir mit einer Taxifahrt in das Viertel La Boca im Südwesten von Buenos Aires. Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Wege in der Stadt mit dem Taxi zurückzulegen. Es ist sicherer und günstig. Bei der Erkundung von La Boca waren wir ziemlich ideenlos vorab gewesen. Außer, dass wir dorthin wollten, hatten wir weiter keinen Plan. Zum Glück gibt es aber in Hotels eine Vielzahl von Flyern und so stießen wir auf das Angebot einer Walking Tour von Buenos Aires Free Walks.

La Boca
La Boca

Für 10,- US-Dollar (600,- ARS) pro Person hatten wir für zwei Stunden eine Supertour durch das bunte Viertel mit vielen Erklärungen und zusätzlichen Infos zur Geschichte des Tangos, Einwanderung und der Kultur der Stadt sowie des Landes. Zudem waren wir als Herde geschützt in diesem eher ärmlichen Viertel. Und nicht das erste Mal wurden hier die Gefahren der Stadt erwähnt. Zum Glück haben wir auf unserer gesamten Reise (soviel kann an dieser Stelle verraten werden) keine negativen Erfahrungen mit Kriminalität in Südamerika gemacht.

Buenos Aires Free Walks
Buenos Aires Free Walks

Die Tour endete vor den Toren des La Bombonera. Dem imposanten Fußballstadion der Boca Juniors. Wir verzichteten hier auf eine weitere Tour und suchten uns ein Taxi. Es wurde Zeit für was zu essen und dies wollten wir stylisch tun. Also fuhren wir zum Café Tortoni. Ein Tourist muss tun was ein Tourist tun muss und so durften wir zunächst eine halbe Stunde warten bis wir überhaupt hineinkamen. Doch es lohnt sich! Nicht nur das elegante Ambiente alter Kaffeehäuser, sondern auch die Speisen und Gerichte sind einen Blick (und Biss) wert.

La Boca
La Boca

Gestärkt ging es nun in den Norden der Stadt. Zunächst besuchten wir den Friedhof La Recoleta. Ein faszinierendes Konstrukt an Mausoleen. Die Besonderheit des Friedhofs ist die Grabstätte von Eva Perón (Evita). Die ehemalige First Lady Argentiniens. Darüber hinaus sind viele weitere Persönlichkeiten der Öffentlichkeit Argentiniens dort bestattet. Deren Aufzählung hier nur ein Pseudowissen meinerseits vorgaukeln würde.

La Boca
La Boca

Lieber gaukele ich weiter meinen breiten weltlichen Horizont vor und berichte von unserem nächsten Halt. Wir trafen nämlich im benachbarten Viertel Palermo ein. Dieses ist am besten als alternatives Viertel mit vielen Restaurants, Bars und Boutiquen beschreibbar und verfestigte unseren Eindruck einer europäischen Stadt. So schlenderten wir durch das „Unterviertel“ Soho u.a. am Plazoleta Julio Cortázar und Plaza Inmigrantes de Armenia vorbei. Unser Abendessen und den Abschluss des Tages verbrachten wir im Caldén del Soho. Einem empfehlenswerten argentinischen Restaurant.

La Bombonera
La Bombonera
Einmal Montevideo (Uruguay) und zurück

In unserem jugendlichen Leichtsinn erschien uns ein Tagestrip nach Montevideo durchaus plausibel, wenn man schon in Buenos Aires weilt und Südamerika entdecken will. So buchten wir uns vorab kurzerhand eine Fähre und hofften auf das Beste. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und bis dahin mussten wir uns das Happy-End hart verdienen. Doch der Reihe nach.

Café Tortoni
Café Tortoni

Die erste Irritation erfuhren wir bei der Buchung unserer Fähre über Direct Ferries. Die örtliche Buquebus Ferry sah nämlich vor, dass man mindestens zwei Stunden vor Abfahrt am Terminal erscheint. Da wir das Maximum des Tages ausreizen wollten, buchten wir unsere Fähre für 07:15 Uhr. Nach der Logik der Fähre mussten wir also um 05:00 Uhr am Terminal sein. Blöd nur, wenn das Terminal aber erst ab 06:00 Uhr öffnete. So entschieden wir uns auf unsere Instinkte zu hören und kurz nach 06:00 Uhr am Terminal aufzuschlagen. Auf die eigenen Instinkte zu hören ist generell ein guter Tipp in Südamerika.

La Recoleta
La Recoleta

Die zweite Irritation erlebten wir in Montevideo nach der zweistündigen Überfahrt. Denn nach unserer Ankunft war nicht nur der Himmel düster, sondern auch die Wetterprognose. Egal, sagten wir uns. Wir haben nur wenige Stunden um die Hauptstadt Uruguays zu erkunden. Also ab in den nächsten Hop-on Hop-off Bus (Bus Turistico) und los geht’s (gebucht vorab über GetYourGuide). Nach einem Wolkenbruch, der den Bus und die Straßen zu überschwemmen drohte, wurde die Tour abgebrochen.

Palermo
Palermo

Blöd, dachten wir uns. Da half auch das Angebot des Tour-Anbieters nicht viel weiter, dass wir unsere Tickets an einem anderen Tag einlösen konnten. Okay, Ruhe bewahren und sich erst einmal sammeln (sowie halbwegs trocknen) war angesagt. Also ab in die nächste Bar. Zufälligerweise war die Bar Facal die älteste Bar Uruguays und ein traditionelles Kaffeehaus mit einem simplen touristischen Magneten in Form des Locks Fountain. Touristen konnten an einem Springbrunnen Schlösser anbringen. Eine Wahnsinnsidee hier in Südamerika, die man so noch nie erlebt hat…

Plaza Independencia
Plaza Independencia

Nach einigem Bier, Kaffee und Bier verzog sich der Sturm und die Sonne brach hervor. So konnten wir unsere Hop-on Hop-off Tour doch noch antreten und erlebten einen wundervollen Tag in Montevideo. Die Tour ging über 11 Stationen einmal quer durch die Stadt und an der Küste vorbei. Angefangen am Mercado del Puerto, Puerta de Montevideo, Puerta de la Ciudadela (Gateway of the Citadel) und dem Monumento al Gaucho; vorbei am Palacio Legislativo und dem Parque del Prado; weiter am Estadio Centenario und dem World Trade Center sowie dem Playa Ramirez.

Palacio Legislativo
Palacio Legislativo

Montevideo war für uns so, wie wir uns eigentlich Buenos Aires vorgestellt hatten. Mit dem Charme von Havanna, aber nicht so verkommen. Es ist nahezu malerisch, zugleich rau, aber mit einem charakteristischen Wiedererkennungswert. Dieser Tagesausflug hatte sich – trotz der Beschwerlichkeiten – auf jeden Fall gelohnt und unseren Trip durch Südamerika sinnvoll ergänzt. Gegen 23:00 Uhr erreichten wir dann auch wieder unser Hotel in Buenos Aires und fielen glücklich und zufrieden in die Federn.

Montevideo
Montevideo
San Telmo und Puerto Madero

An diesem letzten Tag in Buenos Aires erkundeten wir die Viertel San Telmo und Puerto Madero auf eigene Faust zu Fuß. In San Telmo, einem eine Art Künstler- und Szeneviertel mit vielen denkmalgeschützten Bauten, interessierte uns an diesem Sonntag vor allem der Feria de San Telmo. Ein Flohmarkt für hauptsächlich Antiquariat. Dennoch lassen sich eine Vielzahl von Läden, Restaurants und Tangoshows entlang der Defensa finden. Frei nach dem Motto „Geh um die richtige Ecke in San Telmo und du kannst alles finden“. Ein bebendes Viertel mit tausenden Besuchern. Auf jeden Fall einen Besuch wert – vor allem sonntags ein Muss.

Montevideo
Montevideo

Einen Kontrast zu San Telmo bietet hier das Viertel Puerto Madero. Ein neuaufgebautes Hafenviertel im Osten der Stadt mit viel Neubau und Luxus. So entstanden Wolkenkratzer, Yachthafen und Restaurants. Einerseits ist es schon beeindruckend, was am Hafen in den letzten 20 Jahren entstanden ist. Leider wirkt alles zu generisch und zeigt wenig Charme. So stelle ich mir Buenos Aires und Südamerika zumindest nicht vor.

San Telmo
San Telmo

So endete der erste Akt unserer Reise durch Südamerika. Wir stellten fest, dass man als Europäer Buenos Aires lieber in Paris besucht und Montevideo das wahre Buenos Aires ist. Nichtsdestotrotz ist Buenos Aires beeindruckend und bietet viel zu erkunden. Die geringen Unterhaltungskosten erleichtern den Touristen natürlich das ein oder andere Steak. An unsere vegetarischen Freunde: Wenn man in Argentinien ein vegetarisches Gericht bestellt, dann darf man sich nicht wundern, wenn man Hähnchen bekommt.

Tango in San Telmo
Tango in San Telmo
Hoch die Hände – Jahresende

Der nächste Tag kann als Transfertag verbucht werden. Wir flogen von Buenos Aires mit einem Zwischenstopp in Santiago de Chile auf die Osterinsel Rapa Nui. Insgesamt eine Reisedauer von 13 Stunden quer durch Südamerika brachten wir an diesem Tag hinter uns. Die Osterinsel, knapp 4.000 km von der chilenischen Küste entfernt und mitten im Pazifik gelegen, lernten wir bereits auf einer Reise durch Skandinavien im Kon-Tiki-Museum kennen. Jetzt hatten wir nicht nur die Möglichkeit die Insel auf unserer Reise durch Südamerika wie einst Thor Heyerdahl mitzunehmen, sondern sogar Silvester auf dieser Insel zu verbringen.

Puerto Madero
Puerto Madero

Nach der Landung wurden wir von unserem Gastgeber mit Blumenketten empfangen und zur Unterkunft gebracht. Unser Hotel Cabanas y Hotel Te’Ao (Tea Nui) lag im einzigen Ort der Insel – Hanga Roa. Grundsätzlich bekommt man auf Rapa Nui besseres Camping zu 5-Sterne-Preisen und darf nicht zu viel erwarten, wenn man kein Vermögen für die Unterkunft ausgeben möchte. Für unsere Zwecke hat die Unterkunft ihr Soll erfüllt.

Rano Raraku - Rapa Nui
Rano Raraku – Rapa Nui
Das Einmaleins von Rapa Nui

Einige Spielregeln sind zu beachten, damit man auf der Osterinsel auch seinen Spaß hat. Zunächst einmal benötigt man zur Einreise auf die Osterinsel den Hotelnamen, wo man untergebracht ist. Ohne ein gebuchtes und registriertes Hotel gibt es keine Einreise (Prüfung erfolgte vor Abflug in Santiago de Chile). Wir hatten hier die Schwierigkeit, dass unser Hotel einen anderen Namen bei der Buchung über Booking.com hatte als vor Ort. Nach ein paar bangen Minuten konnten wir aber den Schalter passieren.

Rano Raraku - Rapa Nui
Rano Raraku – Rapa Nui

Da die Insel im Endeffekt ein einziger Nationalpark ist, benötigt man eine Eintrittskarte für diesen Nationalpark (Teil des UNESCO-Welterbes). Dies gilt unabhängig davon, ob ihr eine Tour gebucht habt oder nicht. Diese Eintrittskarte könnt ihr sofort nach der Landung erwerben. Vorausgesetzt, dass ihr Bargeld dabei habt. Egal, ob US-Dollar oder Chilenische Pesos. Ihr solltet 80,- USD oder 54.000,- CLP pro Person dabei haben.

Rano Raraku - Rapa Nui
Rano Raraku – Rapa Nui

Es besteht zwar die Möglichkeit die Eintrittskarte im Ort zu erwerben und auch Geld abzuheben. Es kommt aber ziemlich uncool, wenn ihr eine Tour am anderen Ende der Welt gebucht habt, in den vollbesetzten Bus steigt und dem Guide mitteilt, dass ihr weder ein Ticket für den Nationalpark habt noch Bargeld besitzt. Zum Glück sind die Menschen auf der Osterinsel ziemlich entspannt und so fuhr der Bus zum Ticketschalter im Zentrum. Die anderen Touristen im Bus waren da weniger verständnisvoll. Also rein hypothetisch. Uns ist das auf keinen Fall passiert. Wer würde so unvorbereitet auf die Osterinsel fliegen?!

Rano Raraku - Rapa Nui
Rano Raraku – Rapa Nui

Die Tickets für den Nationalpark könnt ihr in einem Seiteneingang (!) zwischen der Drogerie Farmacia Cruz Verde und dem Fahrradverleih Tahux Bicycle Rent auf der Atamu Tekena Straße erwerben. Der Bankautomat Banco Estado – Sucursal Isla de Pascua befindet sich die Straße Tu’u Maheke runter. Es kann aber passieren, dass hier nicht alle Schalter funktionieren; der einzige funktionierende Schalter mit einer Schlange bis zur Straße belegt ist und alles auf Spanisch ist. Die Menschen helfen aber hilflosen Touristen, denen der Guide im Nacken hängt und ein vollbesetzter Bus Touristen zusehends unruhiger wird. Also rein hypothetisch.

Rano Raraku - Rapa Nui
Rano Raraku – Rapa Nui
Die Osterinsel Rapa Nui – wie ein Tag auf dem Mond

Grundsätzlich ist es in Südamerika empfohlen Spanisch zu können (oder zumindest ein spanisches Wörterbuch dabei zu haben bzw. App). Zudem solltet ihr gut eingecremt sein mit Sonnencreme auf der Osterinsel. Aufgrund des teils starken Windes macht sich die Sonneneinstrahlung kaum bemerkbar. Spätestens abends im Hotel verrät euch das eigene Glühen, dass ihr etwas vergessen habt.

Ahu Tongariki - Rapa Nui
Ahu Tongariki – Rapa Nui

Doch genug der belehrenden Worte. Wir hatten 24 Stunden auf Rapa Nui und die wollten wir sinnvoll nutzen. Dazu buchten wir uns eine allumfassende Tagestour über GetYourGuide bei dem örtlichen Touranbieter Maururu Travel. Die Tour umfasste eine Rundfahrt über die Insel mit den wesentlichen Sehenswürdigkeiten. Selbstverständlich standen dabei die Moai im Mittelpunkt jedes Haltes. Die steinernen Figuren, um deren Herkunft und Sinn sich die Gelehrten heute noch streiten, strahlen dabei etwas Mystisches und Geheimnisvolles aus.

Ahu Tongariki - Rapa Nui
Ahu Tongariki – Rapa Nui

Sei es Ihre Herstellung geschlagen direkt aus dem Felsen oder ihr Transport quer über die Insel. Sei es ihr Zweck und Anbetung mit riesigen Zeremonie-Plattformen oder auch der Grund für den Untergang einer Kultur. Wer sich ein bisschen für Geschichte faszinieren kann wird sich schnell beim Thema Osterinsel und Moai verlieren. Empfehlenswert ist hier www.osterinsel.de mit allen Informationen rund um die Insel und den Mythos.

Ahu Tongariki - Rapa Nui
Ahu Tongariki – Rapa Nui

Unsere Tour führte uns an Akahanga, einer nahezu völlig zerstörten Plattform vorbei. Anschließend weiter zur größten Zeremonieanlage, Ahu Tongariki. Unweit davon befindet sich der erloschene Vulkan Rano Raraku, aus dem die Moai geschlagen worden sind. Im Norden der Insel machten wir Halt an der Anlage Te Pito Kura mit dem umgestürzten und stark beschädigten Moai Paro. In der Nähe davon, in Richtung des Meeres, findet sich zudem der „Nabel der Welt“ (Te Pito Te Henua). Eine Anordnung von Steinen, die magische Wirkungen haben soll. Zumindest Kompassnadeln werden davon beeinflusst und drehen sich willkürlich.

Te Pito Te Henua - Rapa Nui
Te Pito Te Henua – Rapa Nui

Ein besonderes Highlight sind die Zeremonieanlagen Ahu Nau Nau sowie die Ahu Ature Huki in der Bucht Anakena. In dieser Bucht soll der Legende nach der Gründervater Hotu Matua angelegt und die Osterinsel so besiedelt zu haben. Heute bietet die Bucht einen schönen Palmenwald und einen traumhaften Sandstrand. Hier entsteht sowas wie ein karibisches Urlaubsfeeling.

Anakena - Rapa Nui
Anakena – Rapa Nui

Unsere Tour beinhaltete auch ein Mittagessen und unser Guide, der bereits vor der Tour viel Geduld bewiesen hatte, machte einen tollen Job. Es war für uns einfach ein Wahnsinn den Reiz der Insel hautnah erleben zu können. Es hatte auch etwas Surreales und selbst ein Flug zum Mond wäre für uns damals nicht aufregender gewesen.

Anakena - Rapa Nui
Anakena – Rapa Nui
Die letzten Stunden des Jahres 2019 oder: Silvester auf der Osterinsel

Nach der gelungenen Tour besuchten wir auf eigene Faust noch die Anlage Ahu Tahai und Ahu Ko Te Riku an der Westküste der Insel, unweit des Stadtzentrums. Hier genossen wir den Sonnenuntergang und machten uns zügig ins Hotel um für den Abend frisch zu sein.

Anakena Rapa Nui
Anakena Rapa Nui

Es zeigte sich wieder einmal, dass es egal ist wo man sich auf der Welt befindet. Sobald der Silvesterabend naht ist man gezwungen Restaurants zu reservieren und ein entsprechend teures Silvester-Dinner zu verspeisen. Wir reservierten natürlich nichts und marschierten nach der Vernichtung von Bier, Wein und Schmerzmitteln drauf los. Kindern und Betrunkenen passiert ja bekanntlich nichts und so stolperten wir über das Lokal Mamma Nui.

Rapa Nui
Rapa Nui

Hier genossen wir ein vorzügliches Silvester-Essen und reichlich Pisco Sour (dazu später mehr). Danach ging es Richtung des Playa Poko Poko, wo sich die Menschenmassen versammelten. Hier lief ein Konzert und die Feierlaune stieg allmählich. Wir waren zwar selber Touristen, aber es war herrlich keine anderen Touristen zu erblicken und sich unter die Einheimischen zu mischen. Diese nahmen uns in ihre Reihen auf und fütterten uns mit einer Art Kraut oder stießen mit uns an.

Playa Poko Poko - Rapa Nui
Playa Poko Poko – Rapa Nui

Der Pisco-Tank wurde gefüllt (diesmal mit Cola) und der Countdown setzte ein. Pünktlich zum Jahreswechsel brachen dann alle Wolken und es schüttete wie aus Eimern. Dies führte zum kurzzeitigen Stromausfall. Doch das ließ die Menge nicht irritieren und die Feierlaune stieg umso mehr. Das Feuerwerk und die Party-Open-Air waren im vollen Gange. So feierten wir bis in die Morgenstunden auf unserem eigenen Planeten namens Rapa Nui in Südamerika.

Playa Poko Poko - Rapa Nui
Playa Poko Poko – Rapa Nui
Valparaíso und Viña del Mar

Unser phantastischer Traum endete mit dem Wecker-Klingeln am nächsten Morgen nur wenige Stunden nach dem Rausch. Im Hotel befand sich keine einzige Person. Stattdessen kam ein Tour-Guide und wollte uns auf einen weiteren Ausflug mitnehmen. Wir lehnten dankend ab, ließen die Hotelschlüssel an Ort und Stelle und marschierten Richtung Flughafen. Noch nie kamen mir 500 Meter so lang vor wie an diesem Morgen. Glücklicherweise wurden wir für die restlichen 500 Meter zum Flughafen von einem Einheimischen mitgenommen.

Valparaiso
Valparaiso

Diesen Tag verbuchten wir auch als reinen Transfertag. So flogen wir über vier Stunden nach Santiago de Chile (inkl. 2 Stunden Zeitdifferenz); holten unseren Mietwagen ab (gebucht bei RentalCars.com über Mietwagen-Check.de) und fuhren knapp zwei Stunden nach Valparaíso zu den Freunden der Familie.

Ascensores de Valparaíso
Ascensores de Valparaíso

Die Hälfte unserer Tour durch Südamerika war nun vorbei und wir konnten uns erst einmal zurücklehnen und die Gastfreundschaft genießen. Für den nächsten Tag gaben wir die Zügel aus der Hand und ließen uns durch die malerische Hafenstadt Valparaíso mit seinen Seilbahnen quer durch die Hügeln der bunten Stadt geleiten. Ferner ließen wir uns auf dem populären Strand von Viña del Mar blicken und erkundeten die Küstenstraße.

Palacio Baburizza - Valparaiso
Palacio Baburizza – Valparaiso
Charming Chile

Von unseren drei Wochen in Südamerika hätten wir auch gut und gerne fünf in Chile verbringen können. So vielfältig ist dieses Land entlang der westlichen Küste von Südamerika. Allein die facettenreiche Landschaft von Nord nach Süd ist beeindruckend und eine eigene Rundreise wert. Für uns sollte es diesmal das Erkunden von West nach Ost sein.

Palacio Baburizza - Valparaiso
Palacio Baburizza – Valparaiso

So ging es mit dem Mietwagen in die Stadt und an den Hafen. Hier parkten wir unseren Wagen in der Tiefgarage (Estacionamientos, Errázuriz 595-625) in der Nähe des Monumento a Los Heroes de Iquique. Zu Fuß ging es weiter zum Palacio Baburizza. Diese ehemalige Villa des Geschäftsmannes Pascual Baburizza aus dem früheren 20. Jahrhundert dient heute als Museum und Ausstellungsort für Kunst. Es finden sich Gemälde aus dem Jugendstil, Art Deco oder auch aus der Moderne wieder. Interessant sind dabei immer wieder die Bezüge zur Stadt selbst.

Casa Cervecera Altamira - Valparaiso
Casa Cervecera Altamira – Valparaiso

Wir nahmen wieder unseren Wagen und fuhren ein paar Höhenmeter weiter zum Parque Cultural de Valparaíso. Diese ehemalige Gefängnisanlage dient heute als Mittelpunkt des kulturellen Treibens in Valparaíso. Dabei vereint kein Ort in dieser Stadt die Vergangenheit und die Gegenwart so plakativ wie dieser Kulturpark.

Ascensor Reina Victoria - Valparaiso
Ascensor Reina Victoria – Valparaiso

Zu Fuß machten wir uns an den Abstieg und durch die vielen bunten Straßen der Stadt. Am Ascensor Reina Victoria, einem der berühmten Aufzüge dieser Stadt, machten wir Halt für eine kleine Pause. In der Casa Cervecera Altamira, einem tollen Lokal mit eigener Brauerei, stärkten wir uns mit Papas Fritas Rusticas sowie Chorrillana und dem passenden Bier.

Cerro Concepción - Valparaiso
Cerro Concepción – Valparaiso

Anschließend nutzten wir den Ascensor Reina Victoria um unseren malerischen (und weltbekannten) Blick über das Viertel Cerro Concepción genießen zu können. Oben angekommen eröffnet sich dem Besucher ein weiteres Viertel oberhalb der Stadt mit faszinierenden Gassen und Geschäften, Cafés und Bars. Hier hätten wir schon einen Tag verbringen können mit der Erkundung der Straßen und Gegebenheiten. Grundsätzlich bietet sich Valparaíso für die wanderlustigen Bergsteiger unter euch perfekt für Wandertouren an. Die verschiedenen Gassen und Berge und Hügel, auf denen die Stadt gebaut wurde, sind quasi prädestiniert für Erkundungen zu Fuß.

Valparaiso
Valparaiso

So ging es aber wieder ins Auto und die 10 km lange Küstenstraße durch Viña del Mar. Am Playa del Deporte marschierten wir entlang der stark belebten Promenade Richtung Playa El Sol. Der Mix aus Straßenverkäufern, Badegästen, Sonne und Wind war einmalig. Dennoch kamen wir uns vor wie die einzigen Touristen, da alles durch Einheimische besetzt zu sein schien.

Valparaiso
Valparaiso

Die Küste und die Strände in Viña del Mar unterscheiden sich dabei je nach Abschnitt. So beginnt es mit dem Mainstream-Abschnitt für Urlauber und Familien und wechselt je weiter man Richtung Norden fährt in Abschnitte für Surfer und für Wellness- sowie Party-Leute. Wir verließen die Küste mit tollen Eindrücken Richtung unserer Unterkunft und fuhren mit dem Sonnenuntergang im Rücken Heim.

Viña del Mar
Viña del Mar
Santiago de Chile – ein Tageserlebnis

Unseren letzten Tag in Chile wollten wir gebührend in der Hauptstadt Santiago de Chile verbringen. Also ging es mit dem Mietwagen zu unserem ersten Ziel, dem Cerro San Cristóbal. Der stadteigene, fast 900 m hohe Hügel prägt nicht nur das Stadtbild, sondern ist ein Muss beim Besuch der Stadt.

Funicular - Santiago de Chile
Funicular – Santiago de Chile

Den Berg erklimmen kann man aus zwei Richtungen (unabhängig von dem zweistündigen Marsch zu Fuß). Einmal vom Osten mit einer Seilbahn (Teleférico) und einmal vom Westen mit einer Standseilbahn (dem sogenannten Funicular). Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte vom Osten her anreisen. Hier stehen öffentliche Parkplätze an der Av. El Cerro zur Verfügung.

Cerro San Cristóbal - Santiago de Chile
Cerro San Cristóbal – Santiago de Chile

Da wir auf den Funicular fokussiert waren und die Option mit den öffentlichen Parkplätzen nicht kannten, mussten wir auf der Westseite zunächst Parkplätze finden. Nicht ganz einfach in einem Wohnviertel. Nach mehreren Runden fanden wir eine Lücke. Prompt war ein netter Kollege da, der uns lächelnd bestätigte, dass wir hier parken durften. Genauso prompt war auch seine offene Hand vor meiner Nase für eine kleine Aufmerksamkeit. Manche würden dies als Trinkgeld bezeichnen. Für uns ist das nicht mehr oder weniger als Schutzgeld.

Teleférico - Santiago de Chile
Teleférico – Santiago de Chile

Von unserem Parkplatz auf der Monitor Araucano brauchten wir wenige Minuten zur Funicular-Station. Danach konnten wir endlich den Berg erklimmen und eine überragende Aussicht auf die Stadt genießen. Auf dem Berg finden sich viele Heiligtümer der katholischen Kirche, wie u.a. Santuario del Cerro San Cristóbal mit der Statue der Jungfrau Maria.

Santuario del Cerro San Cristóbal
Santuario del Cerro San Cristóbal

Wir ließen unsere staunenden Blicke mehrmals über die Stadt schweifen und fuhren mit der Seilbahn auf der Ostseite runter. Hier bieten sich viele Möglichkeiten für Aktivitäten in einer Parkanlage. Diese ließen wir aus, da wir selber noch Aktivitäten geplant haben und nahmen wieder den Weg zurück mit der Seilbahn und der Standseilbahn zum Ausgangspunkt.

Palacio de La Moneda
Palacio de La Moneda

Nach gut zwei Stunden fuhren wir weiter zur nächsten Station. Wir parkten unseren Wagen in der Tiefgarage (Saba Estacionamientos Plaza de la Ciudadanía) beim Palacio de La Moneda – dem Sitz der chilenischen Regierung. Wir erkundeten das Zentrum zu Fuß und gelangen zum Barrio Paris-Londres. Die Kreuzung der Straßen Paris und Londres erinnert mehr an eine Filmkulisse als Straßen einer südamerikanischen Stadt. Sehr surreal und empfehlenswert für einen Besuch.

Barrio Paris-Londres
Barrio Paris-Londres

Weiter ging es zum Plaza de Armas. Dem zentralen Platz in der Innenstadt mit beeindruckender und imposanter Architektur rundherum. Verlässt man den Platz Richtung Norden gelangt man zum Mercado Central de Santiago. Ein Markt mit dem Schwerpunkt auf Meeresfrüchte. Hier ließen wir uns nieder im Donde Augusto und verarbeiteten die Eindrücke der Stadt. Santiago de Chile ist wahnsinnig voll, beeindruckend und wird uns lange in Erinnerung bleiben.

Plaza de Armas
Plaza de Armas

Abends ließen wir den Tag im Sol Restorant ausklingen. Zu finden im schönen Viertel Providencia im Osten der Stadt. Anschließend ging es zum Flughafen und zur Abgabe des Mietwagens. In der Flughafen-Lounge verbrachten wir dann anschließend die Nacht bevor es um 05:00 Uhr nach Rio und Brasilien ging – unserem letzten Akt der Tour durch Südamerika.

Mercado Central de Santiago
Mercado Central de Santiago

Der zweite Akt unserer Reise durch Südamerika war maximal-abwechslungsreich und so bunt und schrill wie die Häuser in Valparaíso. Der Ausflug auf die Osterinsel war ein voller Erfolg und mit einem Tag perfekt bemessen. Von Chile haben wir einen Bruchteil gesehen, dass ist uns klar. Aber dieser Bruchteil macht bereits Lust auf mehr. Auch wegen unserer lokalen, ganz privaten Tour-Guides, wird uns die Zeit in Chile ganz besonders in Erinnerung bleiben.

Donde Augusto
Donde Augusto
Rio de Janeiro – Copacabana, Caipirinha und Cholera

Die Nacht und den Flug überstanden wir ohne größere Verluste und kamen mit dem zuvor gebuchten Shuttlebus in unserem Hotel an. Das Windsor Excelsior Hotel an der Avenida Atlântica, direkt an der Copacabana gelegen, war nicht nur von der Lage optimal. Der Pool auf dem Dach und die Möglichkeit der Reservierung von Liegen am Strand rundeten das komplette Paket ab. Das Essen zum Frühstück war zudem mehr als reichhaltig und vielfältig. Vom Dach hatte man ferner den perfekten Blick auf die Christusstatue, den Zuckerhut und die Copacabana.

Copacabana - Rio de Janeiro
Copacabana – Rio de Janeiro

Einziger Nachteil war der hohe Betrieb und das Gefühl eines Bahnhofs im Lobby-Bereich. Ferner musste man Glück haben, an welchen Hotelangestellten man sich wandte. Denn Service wird nicht unbedingt groß geschrieben in Rio. Zumal Englisch nicht als Fremdsprache Nr. 1 gesehen wird. Dies erschwert die Kommunikation und stellt eine erste Hürde in der zwischenmenschlichen Interaktion dar.

Copacabana - Rio de Janeiro
Copacabana – Rio de Janeiro

Den ersten Tag verbachten wir mit einem Spaziergang an der Copacabana, den ersten Caipirinhas und Erholung im Hotel. Abends ging es an die Promenade und in eines der vielen Restaurants. Urlaubsfeeling und eine richtig gute Zeit spiegelten sich auf unseren Gesichtern wider. Wir waren bereit für Rio (und das Finale in Südamerika).

Copacabana - Rio de Janeiro
Copacabana – Rio de Janeiro
Auf in die Favelas – auf nach Rocinha

Unseren Vormittag verbrachten wir ganz entspannt, denn wir hatten für die zweite Hälfte des Tages eine Tour über GetYourGuide zur Favela Rocinha gebucht. Das Armenviertel im Westen der Stadt gehört zu den größten in sich gewachsenen Strukturen bzw. Siedlungen. Berühmt ist Rocinha aber vielmehr aufgrund seiner Nähe zu Leblon und Ipanema sowie zu den wohlhabenderen Vierteln.

Copacabana - Rio de Janeiro
Copacabana – Rio de Janeiro

Mit dem Bus ging es vom Belmond Copacabana Palace nahe unseres Hotels Richtung Rocinha. Dazu mussten wir ein paar Höhenmeter hinter uns bringen. In Rocinha angekommen führte uns unser Guide Martin durch die Straßen des Viertels. Es ist einfach ein purer Wahnsinn, wie sich manche Strukturen entwickeln und wie Menschen leben können. Es war faszinierend durch diesen Mikrokosmos zu wandern und das Treiben in den Straßen und Gassen hautnah mitzuerleben.

Rocinha
Rocinha

Für uns war diese Tour ein Muss als Start in Rio. Die Anspannung und Aufregung in der Touristengruppe war merklich. Dennoch fühlten wir uns zu keiner Zeit unsicher oder gefährdet. Der Guide war selbst ein Bewohner der Favela und kannte sich blendend aus. Die Spielregeln für Touristen wurden auch klar kommuniziert. Wer den Film City of God kennt, wird vieles wiedererkennen. Nach ca. drei Stunden waren wir wieder im Hotel und konnten den Abend ebenso entspannt angehen wir den Morgen.

Rocinha
Rocinha

Zum Thema Sicherheit allgemein sei noch erwähnt, dass wir praktisch überall auf unserer Reise durch Südamerika darauf aufmerksam gemacht wurden, vorsichtig zu sein. Sei es Taxifahrer in Buenos Aires oder auch Jugendliche in Rio. Man sollte nach Möglichkeit das Taxi nutzen und seine Handys oder Kameras nicht offen tragen. In der Metro in Rio (soviel zum Thema nur Taxen nutzen) kommst du dir echt seltsam vor, wenn ohne Ausnahme alle Fahrgäste ihre Rucksäcke vorne tragen. Wir wurden zwar Zeuge von Diebstählen am Strand, hatten aber selber über drei Wochen das Glück des Tüchtigen auf unserer Seite und blieben selbst verschont.

Cristo Redentor
Cristo Redentor
Tagestour durch Rio – einmal alles, bitte!

An dem Montag ging es für uns auf unsere Tagestour durch Rio de Janeiro (GetYourGuide). Wir buchten diese Tour aus zwei Gründen. Erstens wollten wir Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt an einem Tag besichtigten. Zweitens wollten wir nicht auf eigene Faust durch Rio reisen und fühlten uns in der Herde diesmal wohler. So bekamen wir in ca. acht Stunden alles zu sehen, was man als Tourist in Rio sehen und erleben sollte – komprimiert und straff getaktet. Wie wir es lieben.

Cristo Redentor
Cristo Redentor

Wie es sich für einen Montag gehört, begann dieser früh und wir wurden um 08:00 Uhr vor unserem Hotel abgeholt. Die erste Station war Cristo Redentor, die Christus-der-Erlöser-Statue. Das Markenzeichen der Stadt befindet sich auf dem Corcovado Berg und wacht aus ihrer 30 m hohen Größe über der Stadt. Der Besucherandrang war dementsprechend wahnsinnig groß. Also Ellbogen ausstrecken und sich durchkämpfen. Dann genießt man einen grandiosen Blick über die Stadt hinweg auf den Zuckerhut.

Maracanã-Stadion
Maracanã-Stadion

Unser nächster Halt war das Maracanã-Stadion. Das mit knapp 200.000 Zuschauern einstige weltgrößte Stadion genossen wir von außen für einen kurzen Fotostop. Heute ist das Stadion die Heimspielstätte von Flamengo und Fluminense.

Catedral Metropolitana de São Sebastião de Rio de Janeiro
Catedral Metropolitana de São Sebastião de Rio de Janeiro

Weiter ging es zur Kathedrale von Rio de Janeiro (Catedral Metropolitana de São Sebastião de Rio de Janeiro). Die im Stile des Modernismus entworfene Kathedrale beeindruckt durch die offene Gestaltung der Fassade und die somit verbundene indirekte Kühlung des Inneren.

Sambódromo
Sambódromo

Unweit der katholischen Kirche befindet sich das Sambódromo. An Karneval findet hier der weltberühmte Umzug statt. Auf ca. 700 m Länge messen sich die verschiedenen Sambaschulen und haben eine Stunde Zeit sich zu präsentieren. So lange dauert der Umzug innerhalb des Sambódromo.

Escadaria Selarón
Escadaria Selarón

Bei der nächsten Sehenswürdigkeit blieben uns ca. 20 Minuten zur Erkundung. Die Escadaria Selarón vom Künstler Jorge Selarón, mit Fliesen besetze Stufen, ist eine wahr gewordene Fantasie und lädt zur Erkundung jedes kleinen Mosaiksteinchens ein. Aufgrund der Massen und der geringen Zeit mussten wir hier bisschen im Zeitraffer fungieren. Dennoch eine tolle und sehenswerte Station.

Pão de Açucar
Pão de Açucar

Die Sonne brannte höllisch und die Hitze war kaum zu ertragen. Der klimatisierte Bus war hier immer wieder eine wohltuende Erholung. Das anstehende Mittagessen in einem Churrascaria Restaurant (tradionelles Restaurant in Süd-Brasilien) war uns dann auch sehr willkommen. Das Cruzeiro do Sul Churrascaria in Botafogo war ein Erlebnis. Beilagen und Salate besorgte man sich am Buffett. Die Getränke wurden beim Kellner bestellt und das Fleisch – der Mittelpunkt des Ganzen – wurde immer wieder frisch auf Spießen präsentiert. Der Nachschub schien endlos. Leider unser Fassungsvermögen nicht. So musste man irgendwann das leckere Grillfleisch ablehnen.

Pão de Açucar
Pão de Açucar

Das Finale des Tages folgte am Pão de Açucar – dem sogenannten Zuckerhut. Mit der Seilbahn ging es über eine Zwischenstation zum eigentlichen knapp 400 m hohen Felsen. Hier wurde uns noch einmal das beeindruckende Panorama Rios bewusst. Wir schlenderten über die Anlage und bekamen nette Infos vom Guide. Am Ende des Tages fühlten wir uns glücklich über diesen Tag in Rio. Das Mordsprogramm machte einen Mordsspaß, weil u.a. die Organisation top war und wir uns um nichts kümmern mussten, wie z.B. Ticketkauf bei den einzelnen Stationen oder die Logistik.

Leme
Leme
Der letzte Akt

Nach den zwei Tagen mit Ausflügen genossen wir den folgenden Tag mit einer ausgiebigen Strandzeit. Wie bereits erwähnt stellte das Hotel ein begrenztes Kontingent an Liegen kostenlos am Strand zur Verfügung. Für 12,- € pro Tag bekommt man zwei Liegen und zwei Schirme jederzeit dazu. Sollten alle Hotelliegen belegt sein. So lagen wir nun wirklich an der Copacabana und genossen die pure Sonne, die erbarmungslos auf uns niederbrannte. Das Wasser war trotz hohem Wellengang und einer starken Strömung perfekt temperiert. Abends ging es an eine der vielen Strandbars zum perfekten Abschluss eines perfekten Tages in Südamerika.

Ipanema
Ipanema

Nach soviel Ruhe mussten wir am darauffolgenden Tag die Beine vertreten. So marschierten wir bei knackigen Temperaturen die Viertel Leme, Copacabana, Ipanema und Leblon jeweils am Strand entlang. Entlang dieser knapp 10 km langen Strecke gibt es mehr zu entdecken als nur Sand und Meer. Viele Skulpturen oder Denkmäler erinnern an die Geschichte der Stadt. So bummelten wir gut vier Stunden bevor es mit der Metro heimwärts ging.

Leblon
Leblon

Der dritte Akt unserer Reise durch Südamerika endete quasi an diesem Tag – zwei Tage vor dem eigentlichen Abflug. Denn uns erwischte zum krönenden Abschluss ein ganz fieser Magendarmvirus der südamerikanischen Art. Nichtsdestotrotz erlebten wir in 16 Tagen in Südamerika eine unfassbare Reise, die wir bis zum Ende unseres Lebens niemals vergessen werden. Südamerika wird für uns als ein Abenteuer in Erinnerung bleiben, was uns an unsere Grenzen brachte. Es brachte uns aber vor allem über Grenzen hinaus und das ist doch der Grund, warum wir reisen.

2 Gedanken zu “Südamerika (Argentinien, Uruguay, Chile und Brasilien)

  1. Hallo Wladi,

    ich habe mir gerade mit Dagmar deine Website angeschaut 🙂
    Sie war begeistert….

    Danke für das Hervorheben der Schönheit.
    und „keep doing it“ 😉

    LG
    Khouloud

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