Kapstadt

by Anni & Wladi
Kapstadt – Die Vielfalt Südafrikas

Es war Ende Januar, als meine Freundin und ich am Bahnsteig standen und auf unsere Bahn warteten. An diesem späten Nachmittag neigte sich ein kalter Tag dem Ende und wir spürten den Übergang zur eiskalten Nacht. Es war gerade Feierabendzeit und die Menschen strömten mit ihren ausdruckslosen und blassen Gesichtern dem warmen Zuhause entgegen. Wir standen da. Gut eingepackt zum Schutz gegen die Kälte. Wir standen da mit unseren Koffern und warteten darauf diesem ekligen Winter zu entfliehen und den Alltag hinter uns zu lassen. Wir warteten darauf endlich unsere langgeplante Reise nach Kapstadt, Südafrika, antreten zu dürfen und an diesem Tag war es endlich soweit. Wir standen. Wir warteten und wir waren sicherlich die einzigen Menschen an diesem 24. Januar, die lächelten.

Tag 01 – Ankunft in Kapstadt

Unser Direktflug mit Condor ging über Nacht, sodass wir in Kapstadt am nächsten Tag gegen 11 Uhr Ortszeit ankamen (im Winter gibt es nur eine Stunde Zeitunterschied zu Deutschland; im Sommer gar keinen). Für knappe 15,-€ wurden wir von einem privaten Taxifahrer abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Dies organisierten wir vorab mit dem Besitzer unserer Unterkunft, Bruce, der uns stets hilfreich zur Seite stand (bereits Wochen vor der Ankunft).

Rose Lodge Bo-Kaap Kapstadt

Rose Lodge Bo-Kaap Kapstadt

Somit kamen wir gegen Mittag in der Rose Lodge an und quartierten uns erst einmal ein. Auch hier wurden wir super freundlich willkommen geheißen von Amanda, die uns in das Leben Kapstadts einführte. Die Unterkunft, die wir volle 14 Nächte gebucht hatten, war ideal für unsere Zwecke. Die Lage (im Viertel Bo-Kaap gelegen; erkennbar an den vielen bunten Häusern), das Frühstück sowie der Preis waren unschlagbar. Das tolle am Frühstück war, dass es quasi den ganzen Tag zu sich genommen werden konnte, weil es bereits am Abend vorbereitet worden war. Ferner hatte unsere Unterkunft nur noch zwei weitere Doppelzimmer und dies verstärkte das Gefühl einer WG mit der gemeinsam nutzbaren Küche – ein besonderer Charme.

Long Street Kapstadt

Long Street Kapstadt

Nach den ersten Eindrücken der Unterkunft machten wir uns auf den Weg entlang der Ausgehstraße Long Street, um die ersten Eindrücke der Innenstadt zu sammeln und uns zu akklimatisieren. Das Wetter in Kapstadt ist den Wintermonaten in Deutschland herrlich und bietet somit eine ideale Möglichkeit sommerliche Temperaturen bis hin zur blanken Hitze zu erleben – und alles ohne Jetlag! Als Urlauber dort muss man aber mit starkem Wind rechnen, der abends eine Jacke vonnöten macht und tagsüber die Erinnerung an Sonnencreme leicht vergessen lässt(da man durch die Kühle des Windes die Stärke der Sonne schnell unterschätzt). Wir kauften im Supermarkt (Kwikspar) eine Kleinigkeit ein und aßen in der Royale Eatery zu Abend. Hier bemerkten wir zum ersten Mal die relativ niedrigen Preise, nach dem wir für zwei Burger und Getränke umgerechnet keine 20,-€ zahlen mussten.

Tag 02 – Camps Bay Strand

Bevor es so richtig losgehen konnte mit unseren Unternehmungen, mussten wir uns um unser Beförderungsmittel für die Zeit in Kapstadt kümmern. Wir informierten uns bereits vorab und entschieden uns mit dem MyCiTi Bus von A nach B zu fahren. Dazu kauften wir uns an einer größeren Busstation die MyCiTi-Karten (Chipkarten im Kreditkartenformat) und luden diese mit je umgerechnet 15,-€ auf. Die Funktionsweise dieser Chipkarten ist die Folgende: Beim Einsteigen in den Bus hält man die Karte an ein Terminal und beim Aussteigen ebenfalls an ein Terminal. Somit wird der Preis der jeweiligen Strecke abgezogen. Dieses Prinzip ist echt genial, stößt aber bei einer Vielzahl von Fahrgästen an seine Grenzen, da die Wartezeiten dementsprechend hoch werden. Wir sind in den zwei Wochen fast täglich mit dem Bus gefahren und haben es nicht annähernd geschafft die insgesamt 30,-€ zu verbrauchen.

Camps Bay Kapstadt

Camps Bay Kapstadt

Nach dem organisatorischen Prozedere konnten wir nun unser erstes Ziel ansteuern – den Strand in Camps Bay. Wir mieteten uns zwei Strandliegen und diese wurden nach unseren Wünschen platziert. Dann genossen wir einfach den herrlichen Blick aufs Wasser mit dem Tafelbergrücken hinter unserem Rücken. Hier sei nochmals die Wichtigkeit der Sonnencreme erwähnt, die auch regelmäßig nachgelegt werden sollte. Die afrikanische Sonne ist nämlich unerbittlich. Wir verbrachten echt schöne Stunden am Wasser. Nervig waren nur die Eis- und Getränkeverkäufer, Andenken- und Bilderandreher, die ohne Unterbrechung ihre Runden drehten. Hat man einem dankend abgelehnt, kam schon der Nächste. Das war extrem nervig und schlimmer als ein Schwarm voller Mücken. Irgendwann ignorierten wir die Verkäufer einfach und machten uns dann auch nicht die Mühe dankend abzulehnen.

Silent Disco BEERHOUSE Kapstadt

Silent Disco BEERHOUSE Kapstadt

Der Tag neigte sich dem Ende und wir machten uns auf den Weg in die Unterkunft, um uns für den Abend frisch zu machen. Abends ging es auf die Long Street ins BEERHOUSE. Wir aßen lecker zu Abend und probierten das ein oder andere Bier aus der üppigen Karte. Das Highlight des Abends war aber die „Silent Disco“. Die Gäste konnten sich gegen eine Gebühr Kopfhörer mitnehmen auf denen drei verschiedene Kanäle auswählbar waren. Je nach Kanalwahl leuchtete ein anderes Licht und so war für die anderen Gäste erkennbar, welchen Kanal man hörte. Jeder Kanal wurde von einem anderen Live-DJ mit Musik versorgt. Je später der Abend desto voller wurde die Tanzfläche und größer die Party und wir hatten eine unvergessliche und spaßige Nacht. Zu später Stunde nahmen wir uns dann ein Taxi, um ins Bett zu kommen. An dieser Stelle empfehlen wir auch nach Anbruch der Dunkelheit nur mit dem Taxi unterwegs zu sein. Wir hatten zwar keinen einzigen negativen Vorfall diesbezüglich, aber man sollte sein Glück nicht herausfordern.

Tag 03 – Robben Island

Unser erstes (und einziges) Negativerlebnis konnten wir bereits am dritten Tag abhacken – um es positiv zu sehen. Eigentlich war der gesamte Tag scheiße – machen wir uns da nichts vor. Wir hatten uns bereits vor der Reise mit Tickets für den Ausflug zu Robben Island ausgestattet und diese online gebucht. Am Tag des Ausfluges nun begaben wir uns mit dem Bus zum Hafen – de Waterkant. An diesem Morgen lernten wir den Verkehr in Kapstadt nicht zu unterschätzen. Denn die Straßen sind gefühlt von morgens bis abends zu. Somit kamen wir arg spät am Hafen an und hatten Probleme die Anlegestelle des Schiffes zu Robben Island zu finden. Hier unterschätzten wir die Wege des Hafenbereichs und kamen letztendlich zu spät zu unserem Schiff an. Glücklicherweise konnten wir dennoch Tickets für den Nachmittagsausflug erwerben und vertrieben uns die Zeit bis dahin am Hafen. Dass wir nicht die einzigen Deppen waren, die ihr Schiff verpassten, erhellte unsere Laune ein wenig. Somit konnten wir uns um unseren Sonnenbrand kümmern, dessen Ausmaß uns mehr und mehr bewusst wurde. Das Wetter spielte an diesem Tag auch nicht mit und somit bekamen wir abwechselnd Sonne und Regen ab.

Nelson Mandelas Versteck seines Tagebuchs (Gefängnishof, Robben Island)

Nelson Mandelas Versteck seines Tagebuchs (Gefängnishof, Robben Island)

Am Nachmittag ging es schließlich los und diesmal legte unser Schiff nicht ohne uns ab. Angekommen auf der Insel begaben wir uns in Busse und wurden über die Insel gefahren. Mit dabei war ein Reiseführer, der uns reichliche Information während der Fahrt mitteilte. Im Anschluss an die Bus-Tour gab es noch eine geführte Tour zu Fuß durch das Gefängnis selbst, u.a. an der Zelle von Nelson Mandela vorbei, und viele weitere Einblicke in die Zeit von damals. Danach ging es wieder zurück nach Kapstadt. Der Ausflug zu Robben Island war im Großen und Ganzen interessant und abwechslungsreich. Verglichen mit den anderen Unternehmungen in und um Kapstadt herum fällt er aber relativ ab. Dennoch bekommt man tolle Blicke auf Kapstadt vom Wasser aus und fährt nicht ganz dumm zurück. Robben Island fällt wohl unter die Kategorie „notwendige Pflicht“. Denn wer will schon von sich behaupten in Kapstadt gewesen zu sein und nicht die Zelle von Nelson Mandela besucht zu haben…

Vielleicht stand der ganze Ausflug auch nur unter einem ungünstigen Stern. Der Tag wurde jedenfalls in einem der zahlreichen Lokale am Hafen abgeschlossen und wir konnten völlig erschöpft ins Bett gehen.

Tag 04 – Groot Constantia

Nach dem wir nun die ersten Eindrücke der Stadt sammeln konnten, entschieden wir uns für die nächsten zwei Tage ein Ticket bei City Sightseeing zu holen, um mit einem der zahlreichen Hop-on Hop-off Busse die Stadt weiter zu erkunden. Diese Busse, die an verschiedenen Stationen Halt machen und beliebig oft bestiegen werden können, eignen sich ganz besonders, um sich in einer kurzen Zeit viel ansehen zu können. So entschieden wir uns an diesem Tag über die „Blue Route“, die „Yellow Route“ zur „Wine Route“ zu fahren und dort das älteste und größte Weingut Südafrikas zu besuchen – das Groot Constantia.

Groot Constantia Kapstadt

Groot Constantia Kapstadt

Die „Wine Route“ gliedert sich selbst noch in drei Etappen auf und wir hatten eine wundervolle Zeit in diesem beeindruckenden Weingebiet quasi vor den Toren der Stadt gelegen. So gab es ein Wine Tasting und eine Weinkeller-Tour sowie viel, viel Natur zu bewundern. Im Nu sind die Stunden verflogen und wir fuhren wieder mit dem Hop-on Hop-off Bus Richtung Stadtzentrum, um zu Abend zu essen. Diesmal im SGT Pepper in der Long Street. Dieses Lokal war soweit in Ordnung und der Kellner sehr freundlich, aber das Essen ist nicht zu empfehlen. Wir hatten zwei Pizzen und diese waren leider nichts. Nichtsdestotrotz gingen wir wieder platt, aber zufrieden ins Bett.

Tag 05 – Kirstenbosch & Signal Hill

Am zweiten Tag unserer City-Sightseeing-Tour ging es zum botanischen Garten Kirstenbosch. Hier empfiehlt es sich zeitig da zu sein und auch einen Picknickkorb mitzunehmen. Denn dieser botanische Garten ist weniger ein „Garten“ als vielmehr ein riesiges Naturareal, dessen Besuch einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Neben den vielen Pflanzen und Gerüchen (sowie dem einen oder anderen Federvieh) gibt es auch einen Baumwipfelpfad zu durchwandern – sehr beeindruckend.

Baumwipfelpfad Kirstenbosch Kapstadt

Baumwipfelpfad Kirstenbosch Kapstadt

Am späten Nachmittag ging es dann wieder in die Innenstadt (bei dem Feierabendverkehr gar nicht mal so leicht) über die schöne Route entlang der Küste. Abends stand nämlich noch eine Tour mit dem Sunset-Bus auf dem Programm (diese war in dem 2-Tages-Hop-on-Hop-off-Ticket inklusive). Der Sunset-Bus fuhr pünktlich vom Hafen Richtung Signal Hill ab und wir konnten einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Meer genießen (inkl. eines wundervollen Sonnenuntergangs). Danach fuhr der Bus wieder zum Hafen und wir fuhren mit dem Taxi ins Hotel. Man sollte sich aber dick einpacken, denn der Wind pfeift schon recht unnachgiebig dort oben und ist ziemlich frisch.

Blick vom Signal Hill auf die Stadt Kapstadt

Blick vom Signal Hill auf die Stadt Kapstadt

Tag 06 – Die Kap-Halbinsel

Mit den ersten fünf Tagen endete quasi ein erster Abschnitt unserer Reise. Wir sind angekommen und haben uns einen guten Überblick über Kapstadt verschaffen und die ersten Sehenswürdigkeiten begutachten können. Man könnte sagen, dass wir in der Stadt angekommen waren. Nun folgte mit dem sechsten Tag der zweite Abschnitt (von insgesamt drei) unserer Reise, den wir nun mit dem Mietwagen absolvierten. Früh morgens ging es zu Fuß zur Autovermietung (den Wagen buchten wir bereits von Deutschland aus bei First Car Rental). Schnell den Papierkram erledigt stiegen wir dann auch in unsere Maschine – den VW up! Was dann folgte, war das unangenehmste Gefühl, was ich jemals verspürt habe in meinem Leben (vielleicht nicht so unangenehm wie in einem vollen Fahrstuhl laut zu furzen, aber dennoch recht unangenehm). Wir fuhren nämlich auf die Straße und gaben uns dem Linksverkehr hin.

Ich muss sagen, dass einfach jede Bewegung richtig unangenehm war. Ob das Schalten, lenken, Schulterblick, Blinkersetzen – einfach alles. Uns blieb aber nichts Anderes übrig als sich daran zu gewöhnen und zwar möglichst schnell, denn wir waren inmitten des Berufsverkehrs in der Innenstadt Kapstadts. Es kann aber jetzt schon verraten werden, dass wir unsere Tour mit dem Auto mit Bravour meisterten.

Boulder's Beach

Boulder’s Beach

Unser erstes Ziel für den damaligen Tag war der Boulder’s Beach in Simon’s Town. Das Anschauen der dort lebenden Pinguine ließen wir uns nicht nehmen. Vor allem für meine Freundin sind diese Tiere ein Hingucker. Die sind nämlich so süß und haben keine Arme. Nach diesem Zwischenstopp, der ziemlich gut besucht war, ging es weiter auf der Kap-Halbinsel Richtung dem Kap der guten Hoffnung. Weit bevor man das Meer überhaupt erahnen hat, wird ein Eintritt zu diesem Nationalpark nötig. Den bezahlt man aber bequem aus seinem Auto heraus (wie die Maut, die entlang mancher Strecken fällig wird).

Kap der guten Hoffnung

Kap der guten Hoffnung

Am Kap der guten Hoffnung angekommen (und einen der wenigen Parkplätze gesichert), sollte man sich zuerst vergewissern, dass keine Affen in der Nähe sind. Die Tiere lungern da nämlich überall scheinbar teilnahmslos herum, können aber blitzschnell zupacken, wenn es was Essbares zu erhaschen gibt. Am Kap selbst wird selbstverständlich das obligatorische Bild vor dem Holzschild mit der Aufschrift „CAPE OF GOOD HOPE“ gemacht und dann geht es hoch auf die Klippen. Kopfbedeckung und Trinken ist hierbei sehr wichtig. Von oben genießt man dann einen herrlichen Blick.

Cape Point Leuchtturm

Cape Point Leuchtturm

Anschließend ging es für uns wieder zum Auto und wir machten uns auf den Weg zum Cape Point und dem Leuchtturm. Hier kann sich der Besucher stärken, Souvenirs kaufen und den Weg zum Leuchtturm mit der Seilbahn oder zu Fuß absolvieren. Wir entschieden uns für die Seilbahn. Oben erwartet einen wieder ein traumhafter Blick auf das Meer, einen wunderschönen Strand und viel Natur. Ein paar Erinnerungsfotos später ging es dann wieder runter zum Wagen und wir machten uns auf den Weg zur letzten Station dieses Tagen – dem Chapman’s Peak Drive. Einem Straßenabschnitt, der quasi in den Berg an der Küste Richtung Kapstadt geschlagen worden ist. Hier genossen wir auch unseren nächsten Sonnenuntergang am Atlantik. Abends ging es dann wieder zurück nach Kapstadt ins Hafenviertel (Waterfront) zum Abendessen und anschließend wieder ins Hotel – unserer vorerst letzten Nacht in Kapstadt. Denn am nächsten Tag stand uns eine dreitätige Rundreise bevor. Sind wir an diesem Tag noch rund 150 km auf der Kap-Halbinsel gefahren, sollten wir in den nächsten drei Tagen das zehnfache schaffen.

Chapman's Peak Drive

Chapman’s Peak Drive

Das Parken in Kapstadt ist so eine Sache… Wer kann, sollte sein Auto auf einem bewachten Parkplatz parken und selbstverständlich auch hier nichts im Auto zurücklassen. Wir parkten unser Auto direkt vor dem Hotel auf der Straße. Kaum war der Motor aus stand auch schon ein Obdachloser Mann in grell-orangener Warnweste vor uns, der uns zusicherte für umgerechnet 1,50€ die ganze Nacht unser Auto zu bewachen. Diese Investition erschien uns für das gute Gefühl in Ordnung zu sein, wenn auch klar war, dass es sich hier auf keinen Fall um ein wirkliches Bewachen handeln sollte.

Tag 07 – Fahrt nach Oudtshoorn

Morgens nach dem Frühstücken ging es dann los. Wir nahmen unsere fünfstündige Fahrt nach Oudtshoorn auf uns. Nach dem Verlassen Kapstadts ging es durch das bekannte Weingebiet (Stellenbosch und Paarl) bis wir dann die meiste Zeit durch ein trockenes, felsiges Gebiet fuhren. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann schließlich den Ort Oudtshoorn. Unsere Unterkunft für diese Nacht lag aber noch knapp 20 km nördlich davon. Die De Oude Meul Country Lodge lag idyllisch inmitten von Hügeln und somit sehr ruhig. Erwähnenswert ist hierbei auch das hoteleigene Restaurant, wo wir uns abends das erste Mal in unserem Leben Strauß zubereiten ließen. Eine durchaus interessante Erfahrung.

Fahrt nach Oudtshoorn

Fahrt nach Oudtshoorn

Tag 08 – Cango Caves, Swartberg Pass, Straußenfarm und der Indische Ozean

Nach einem vorzüglichen Frühstück verließen wir unsere Unterkunft, die De Oude Meul Country Lodge (in der wir auch gerne länger geblieben wären und die einen angenehmen Kontrast zur Hektik der Stadt bildete) und machten uns auf den Weg weiter in den Norden zu den nahegelegenen Cango Caves (Tropfsteinhöhlen). Dort buchten wir Tickets für eine Tour durch die Höhlen. Wir hatten extremes Glück mit unserem Führer, der uns eine unterhaltsame und kurzweilige Führung bot (u.a. zwei Gesangseinlagen zur Demonstration der Akustik der Höhlen).

Cango Caves

Cango Caves

Da wir bereits in diesem Gebiet waren, fuhren wir noch ein Stück nördlich zu dem Swartberg Pass. Aufgrund meiner weiblichen Begleitung, die vor Panik fast aus dem Auto sprang und meiner Erkenntnis, dass der VW up! dann doch seine Grenzen hat, kehrten wir auf dem unbefestigten Pfad um und fuhren zurück an den Cango Caves und unserer Unterkunft vorbei zur Straußenfarm – der Cango Ostrich Farm. (Tip: Manche Hotels bieten Rabatt-Gutscheine für einige Sehenswürdigkeiten, wie u.a. auch die Cango Ostrich Farm an. In unserem Fall waren es immerhin 15% Nachlass auf den Eintritt.)

Cango Ostrich Farm

Cango Ostrich Farm

Hier gab es ebenfalls eine Tour, zu der wir pünktlich eintrafen. Auch hier war unsere Tourführerin hervorragend. Mehrsprachig wurde uns die Straußenzucht nähergebracht und als Besucher konnte man die Tiere füttern, streicheln und auch reiten. Ein unvergessliches Schauspiel war das! Auch neben einem Strauß zu stehen, der dich mit einem Schlag aufschlitzen konnte, war extrem aufregend. Im farmeigenen Shop nahmen wir noch ein paar Andenken mit und machten uns auf den Weg Richtung Süden zu unserer nächsten Station dem Indischen Ozean.

C‘ the View Guesthouse

C‘ the View Guesthouse

Unsere Unterkunft erreichten wir in knapp zwei Stunden nach einer sehr abwechslungsreichen Fahrt bezogen auf die Landschaft, welche sich unweit von Mossel Bay und der berühmten Garden Route im Örtchen Tergniet befand. An dieser Stelle kann schon festgehalten werden, dass ein Besuch Südafrikas drei Möglichkeiten bietet dieses beeindruckende Land kennenzulernen. Zum einen kann der Tourist im Nordosten des Landes die Nationalparks und Safaris als Unternehmungen rauspicken. Zum anderen kann man sich mit dem Südwesten und Kapstadt begnügen. Als dritte Variante wählt man die Strecke (Garden Route) zwischen den ersten beiden Optionen. So ist für jeden etwas geboten.

Transkaroo Speisekarte

Transkaroo Speisekarte

Das schöne C‘ the View Guesthouse lag direkt am Meer und wir hatten ein grandioses Zimmer, dessen Balkon quasi am Meer lag. Die freundliche Dame am Empfang empfahl uns noch ein Restaurant für den Abend, welches wir reservieren ließen. Das Transkaroo sprengte dann alle unsere Erwartungen und Vorstellungen. Von dem Ambiente über die Bedienung bis zum Essen war das nicht nur ein Genuss, sondern ein ganz besonderes Erlebnis.

Tag 09 – L’Agulhas

Am nächsten Morgen (das Frühstück war wieder sehr gut) ging es eigentlich wieder zurück Richtung Kapstadt. Wir ließen es uns aber nicht nehmen in L’Agulhas einen Zwischenstopp zu machen und uns nicht nur den südlichsten Punkt Südafrikas anzusehen, sondern auch gleichzeitig das Zusammentreffen des Atlantiks und des Indischen Ozeans – macht sich nicht schlecht im Urlaubsalbum. L’Agulhas selbst ist eine kleine verschlafene Ortschaft und auch das Touristenaufkommen hielt sich in Grenzen. So konnten wir ein paar ganz entspannte Momente an der Küste verbringen bevor wir unsere Tour Richtung Kapstadt fortsetzten. Am Ende wurde es bisschen knapp aufgrund des Verkehrs in Kapstadt mit der pünktlichen Abgabe unseres Mietwagens, die auf 18 Uhr festgesetzt war. Wir fuhren um exakt 17:59 Uhr in die Garage ein. So trafen wir wieder in Kapstadt und dem Großstadtchaos mit vielen neuen Eindrücken ein und es fühlte sich an wie ein „Nach-Hause-Kommen“.

Südlichster Punkt Afrikas (L’Agulhas)

Südlichster Punkt Afrikas (L’Agulhas)

Tag 10 – Tafelberg

An diesem Tag stand mein ganz persönliches Highlight der gesamten Reise an und zwar die Erklimmung des Tafelberges. Bevor man aber die Besteigung in Angriff nehmen kann, muss man den Wetterbericht genau verfolgen (auf der Seite vom Tafelberg gibt es auch eine tagesaktuelle Wetterprognose). An wolkigen Tagen und bei starkem Wind kann die Seilbahn geschlossen bleiben und man ist gegebenenfalls oben auf dem Tafelberg gefangen bzw. kommt erst gar nicht hoch.

Tafelberg Platteklip Gorge

Tafelberg Platteklip Gorge

Wir hatten an diesem Morgen aber Glück und der Himmel war strahlend blau ohne Wind und Wolken. Mit dem normalen Stadtbus fuhren wir zur Station Kloof Nek und überquerten die Straßen zur Station Lower Tafelberg. Von dort aus ging ein Shuttlebus direkt zur Seilbahn. Da wir aber den Tafelberg zu Fuß besteigen wollten, konnten wir ganz entspannt an der riesigen Warteschlange zur Seilbahn vorbeispazieren und uns auf unseren Pfad begeben, den Platteklip Gorge. Dieser beginnt in Richtung des Tafelberges schauend rechts neben dem Eingang zur Seilbahn an dem Busparkplatz vorbei und verläuft zu Beginn genau unter der Seilbahn.

Tafelberg Beschilderung der Routen

Tafelberg Beschilderung der Routen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den Tafelberg zu erklimmen. Uns erschien aber die einfachste und möglichst schnellste Option am besten. Die Pfade sind sehr gut beschriftet und die Orientierung fällt dem Amateurwanderer nicht schwer. Nach guten und entspannten drei Stunden hatten wir die gut 1.000 Höhenmeter bestiegen. Das Gefühl oben anzukommen ist einfach unbeschreiblich und auf eine gewisse Weise auch befreiend. Oben angekommen gibt es zwei Möglichkeiten: Links gehen und ca. weitere 2-3 Stunden oben auf dem Plateau wandern oder nach rechts Richtung Seilbahn, Restaurant und Café. Wir entschieden uns die zweite Option zu wählen. Die Aussicht war bombastisch und obwohl ich mir das irgendwie anders vorgestellt hatte (die Größe des Plateaus habe ich vollkommen unterschätzt), werde ich die Eindrücke dort oben mein Leben lang nicht vergessen.

Tafelberg Nationalpark Übersichtskarte

Tafelberg Nationalpark Übersichtskarte

Es war bereits Nachmittag als wir uns dann in die Warteschlange zur Talstation einreihten. Die Tickets für die einfache Talfahrt kann man ganz entspannt direkt in der Station kaufen, ohne langes anstehen.

Tafelberg Seilbahn mit Blick auf Lion's Head und Signal Hill

Tafelberg Seilbahn mit Blick auf Lion’s Head und Signal Hill

Die ersten Wolken bildeten sich bereits quasi neben uns und beim Eintreffen in der Stadt war die Spitze des Tafelberges komplett wolkenverhangen. Für den Abend suchten wir uns ein Restaurant nahe unserer Unterkunft und fanden das BOCCA – ein absolut stylisches Lokal mit einem ganz besonderen Flair, was für diesen Tag mehr als angemessen war. Denn wir hatten den Tafelberg bestiegen – geil!

Tag 11 – Bloubergstrand

Nach der körperlichen Belastung des Vortages und der Erleichterung den Tafelberg bestiegen zu haben (wie bereits erwähnt, ist es sehr wetterabhängig) gönnten wir uns den ersten Tag ohne ein festes Programm zu absolvieren und uns einfach treiben zu lassen. Wir spazierten durch die Innenstadt und bummelten durch die Straßen. Selbstverständlich hatten wir auch an diesem Tag ein Ziel, nämlich den nördlich außerhalb der Stadt liegenden Bloubergstrand zu besuchen. Von dort hat man ein schönes Panoramabild auf Kapstadt und den Tafelberg, das sich auf etlichen Postkarten wiederfindet. Der Bloubergstrand ist auf jeden Fall einen Ausflug wert und ist entspannt mit dem Bus zu erreichen. Abends kehrten wir dann ins The Famous Butcher’s Grill im Cape Town Lodge Hotel ein.Ich habe bis jetzt noch nie so gut und günstig Steak gegessen.

Bloubergstrand mit Blick auf Tafelberg

Bloubergstrand mit Blick auf Tafelberg

Tag 12 – Camps Bay Strand

Die letzten Tage in Südafrika brachen an und wir gönnten uns nochmal einen Strandtag in Camps Bay. Diesmal hatten wir aus unseren Fehlern gelernt und cremten uns über den ganzen Tag ein. Wir haben weiter nichts gemacht als zu liegen, lesen und vor sich hinzuträumen. Abends gönnten wir uns dann eine Triple-Decker Pizza – was für ein Genuss!

Debonairs Triple-Decker Pizza

Debonairs Triple-Decker Pizza

Tag 13 – Wine Flies Tour

Wie es sich für eine gute Erzählung gehört fällt der Spannungsbogen nach dem Höhenpunkt (und der Tafelberg war im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt) etwas ab nur um kurz vor Schluss nochmals im retardierenden Moment (Aristoteles und meine Deutschlehrerin wären an dieser Stelle sicherlich stolz)kurz anzuheben.Dies war an diesem Tag der Fall. Wir buchten bereits vor unserer Abreise die Wine Flies Tour. Da wir nicht selber durch das Weingebiet fahren und uns die Weingüter selbst aussuchen wollten, fanden wir das Angebot sehr überzeugend.

Wine Flies Tour: Weingut Remhoogte

Wine Flies Tour: Weingut Remhoogte

Wir wurden pünktlich morgens vor unserer Unterkunft abgeholt und insgesamt zu fünf Weingütern in Stellenbosch gefahren. Mit uns saßen noch drei Amerikaner im Minibus, ein amerikanisches Ehepaar, ein Geschwisterpärchen aus Brasilien sowie ein Pärchen aus Norwegen. Die Tour ist auf jeden Fall ein Muss, unserer Meinung nach. Bei jeder Station und jedem Weingut gab es etwas Anderes zu sehen, zu trinken und zu entdecken (und seinen Lieblingswein konnte man direkt abgreifen).

Wine Flies Tour: Weingut Lovane

Wine Flies Tour: Weingut Lovane

So gab es eine Führung durch den Produktionsprozess von Sekt und Champagner. Dann gab es verschiedene Käsesorten abgestimmt zum Wein. Es gab ein Mittagessen sowie Schokolade zum Wein. Unser Führer Ian war hervorragend und die Weingüter sehr gastfreundlich. Eine absolut super organisierte Tour und absolut zu empfehlen. Zum Schluss wird man wieder vor seiner Unterkunft abgesetzt. Insgesamt dauert die Tour ca. sieben Stunden und kostet pro Person umgerechnet keine 50,-€.

Tag 14 – Albert Road (Woodstock)

Unseren letzten vollen Tag in Kapstadt verbrachten wir in der Stadt und dem ehemaligen Arbeiterviertel Woodstock. Dort kann man entlang der Albert Road viele neue und aufstrebende Läden besuchen, die von Jungdesignern und -unternehmern hochgezogen werden. So lohnt sich der Besuch des The Woodstock Exchange, wo sich neben den Verkaufs- und Ausstellungsräumen gleich die Büros und die Werkstätten verschiedener Designer befinden. Das ganze Viertel ist wenig überlaufen und bietet eine tolle und exklusive Art Shoppen zu gehen. Allgemein spiegelt das Woodstock-Viertel das aufstrebende Bild Kapstadts wider. Man sieht, dass da was entsteht und die Entwicklung voranschreitet. Mit ein paar Einkaufstüten, die wir im Einkaufszentrum The Old Biscuit Mill füllten, ging es dann aber wieder zurück ins Stadtzentrum und wir beendeten diesen letzten Tag wieder im BOCCA, unserem „Stammlokal“.

Albert Road (Woodstock)

Albert Road (Woodstock)

Tag 15 – Abflug

Nun war der Abflugtag gekommen und wir bekamen jetzt schon Fernweh ohne weg zu sein. Unser Vermieter organisierte uns wieder ein Taxi zum Flughafen und wir hatten noch den halben Tag Zeit, um uns noch den Company’s Garden anzusehen. Wir sogen nochmals alles in uns auf und beobachteten das Treiben der Stadt. Wir schlenderten am Castle of Good Hope vorbei und ließen unseren Blick über die Grand Parade gleiten. Doch dann war die Zeit gekommen und wir ließen uns zum Flughafen fahren. Vom Hotel zum Abfluggate brauchten wir nicht einmal eine Stunde. Der Flug in die Heimat ging kurz nach 18 Uhr…

Grand Parade Kapstadt

Grand Parade Kapstadt

Es war Anfang Februar, als meine Freundin und ich am Bahnsteig des Flughafens standen und auf unsere Bahn warteten. An diesem frühen Morgen spürten wir noch die eisige Kälte der Nacht, die einem kalten Tag wich. Es war gerade die Zeit, in der sich die Menschen auf dem Weg zur Arbeit befanden, den sie mit ihren ausdruckslosen und blassen Gesichtern beschritten. Wir standen da. Gut eingepackt zum Schutz gegen die Kälte. Wir standen da mit unseren Koffern und warteten darauf uns diesem ekligen Winter zu ergeben und uns wieder dem Alltag anzuschließen. Wir warteten darauf endlich unsere Koffer auszupacken und den Urlaub endgültig hinter uns zu lassen und an diesem Tag war es leider soweit. Wir standen. Wir warteten und wir waren sicherlich die einzigen Menschen an diesem 09. Februar, die lächelten.

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1 comment

Opel-Zoo – Ein tierisches Vergnügen im Rhein-Main-Gebiet 9. April 2023 - 17:19

[…] Novembertag, sondern auf Grund der Tatsache, dass wir die Brillenpinguine bereits auf unserer Südafrikareise live erblickt haben und beobachten […]

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